Kleine Chronik des FC Emersacker


König Fußball hält seinen Einzug in Emersacker

Im Jahre 1920 zogen zwei junge Burschen, Moritz Edin aus Wertingen und Adolf Zizala aus Augsburg, in unsere Gemeinde. Beide hatten schon Bekanntschaft mit dem runden Leder gemacht und suchten unter der einheimischen Jugend Mitspieler. Schnell fand sich eine Anzahl junger Burschen, die ebenfalls kicken wollten. Unter ihnen war auch Josef Kuchenbauer, der für die Entwicklung des Fußballsports und des Sportvereins in unserem Dorf ein entscheidender Mann wurde. In seinem ganzen Leben blieb er unserem Verein eng verbunden.
Beim Besuch eines Verbandspieles in Höchstädt, im Sommer 1922, das die Männer der ersten Stunde voller Begeisterung beobachteten, erkundigten sie sich sofort nach den wichtigsten Regeln, sowie den Maßen von Spielfeld und Toren.

Das erste Fußballspiel in Emersacker

Die in Höchstädt erhaltenen Informationen wurden zu Hause sofort in die Tat umgesetzt. Viele Stunden Arbeit waren nötig um ein richtiges Spielfeld mit Toren zu errichten. Aber für die begeisterten jungen Burschen war keine Mühe zu groß.
Daneben wurde selbstverständlich fleißig mit dem Ball geübt, und eine Mannschaft zusammengestellt. Man wollte möglichst bald in einem Wettspiel die Kräfte messen. Im Herbst 1922 war es dann soweit.



Auf einem nahe am Reiterberg liegenden Grundstück fand das erste Spiel statt. Vor zahlreichen neugierigen Zuschauern unterlag man der erfahrenen Mannschaft aus Hegnenbach mit 1 : 3 Toren. Aber deshalb ließ man die Köpfe nicht hängen. Im Gegenteil: man übte fleißig weiter und durch immer mehr Interessierte konnte man die Mannschaft verstärken. Bei den folgenden Spielern war dies ganz deutlich zu erkennen, und die Begeisterung der Jugend nahm ständig zu.

Die Gründung des FC Emersacker

Die Fußballbewegung hatte sich auf dem flachen Land immer mehr durchgesetzt. Zahlreiche Vereine entstanden und schlossen sich dem Fußballverband an. Auch in Emersacker wurde im Jahre 1924 ein Sportverein gegründet. Von den Gründungsmitgliedern, die vorwiegend aus den Spielern der Mannschaft des Jahres 1924 bestanden, wurde Moritz Edin zum ersten Vorstand des FC Emersacker gewählt.



Durch eine Sammlung unter den Spielern konnte der erste vereinseigene Fußball für 8,50 Mark in einer Wertinger Sattlerei gekauft werden. Ein finanzielles Problem war die Beschaffung der notwendigen Spielkleidung. Die Vereinskasse war leer, die Spieler selbst hatten einen Wochenverdienst von ungefähr 6,00 Mark. Trotzdem legten sie ihr Geld zusammen und kleideten sich ein. Der Glanzpunkt war ein auf dem Trikot aufgenähtes FCE-Wappen. Mit der Anmeldung des Vereins beim süddeutschen Fußballverband im Jahre 1925 hörte das Bestehen des sogenannten Wiesenclubs auf und es durfte nur noch gegen die Mannschaften gespielt werden, die auch diesem Verband angehörten. Erfolg und Mißerfolg im Spielbetrieb hielten sich die Waage. Zu den Auswärtsspielen fuhr man, was in dieser Zeit normal war, mit Fahrrädern.

Der FCE erhält einen Sportplatz

Der Wunsch nach einem eigenen Sportgelände wurde immer deutlicher. Schon 1927 trat der noch junge Verein mit der Bitte an die Gemeindeverwaltung Emersacker heran, die ehemalige Schafweide in einen Sportplatz umbauen zu dürfen. Auf Beschluß des Gemeinderates konnte Bürgermeister Bihler den Wunsch erfüllen. Das Gemeindegrundstück wurde in harter Handarbeit zu einem Sportplatz ausgebaut. Die Fa. Karner lieh einen Rollwagen und die dazu notwendigen Geleise, und die Sportler schaffen in harter körperlicher Arbeit in Tag- und Nachtschicht. Rund 50 m³ Erde wurden so pro Tag bewegt. Die erste Sportanlage wurde ausschließlich in der Freizeit in freiwilligen Arbeitseinsätzen geschaffen. Die Mitglieder halfen alle mit und schon im Spätsommer 1928 konnte man mit berechtigtem Stolz das neue Spielfeld einweihen.

Sportliche Erfolge - Einstellung des Spielbetriebes

Die sportlichen Erfolge stellten sich nun rasch ein. Das neue Spielfeld und das rasche Anwachsen der Mitgliederzahl ergaben immer bessere Möglichkeiten. Dies wirkte sich natürlich positiv auf die Spielstärke der Mannschaft aus. Im Laufe der Jahre bis 1937 errang der FCE dreimal die Meisterschaft in der Verbandsrunde. Aber finanziell war der Verein nicht auf Rosen gebettet. Die Schuld daran hatte die damalige Weltwirtschaftskrise und damit verbunden die herrschende Arbeitslosigkeit. Aus diesem Grunde konnte das mit der Meisterschaft verbundene Aufstiegsrecht in die A-Klasse nicht genutzt werden. Die damaligen Spieler haben dies sehr bedauert, verloren aber nie die Freude an ihrem Sport. Der Kriegsbeginn 1939 versetzte dem FCE wie allen anderen Vereinen auch einen herben Schock. Immer mehr unserer Spieler mußten ihr blauschwarzes Trikot mit dem feldgrauen Uniformrock vertauschen. Im März 1941 aber, nachdem die meisten Spieler als Soldaten an der Front standen, kam die sportliche Bewegung ganz zum Erliegen.

Das Ende des Krieges - ein neuer Anfang

Schon 1946 war man wieder soweit, daß man sich dem Bayer. Fußballverband anschließen und mit einer Mannschaft an der Verbandsrunde teilnehmen konnte. Jetzt steckte man sich neue Ziele, eines davon, nämlich die Erweiterung des Sportplatzes, sollte schon sehr bald verwirklicht werden.




Das Birkenstadion entsteht

Für die Erweiterung des Sportplatzes war die Genehmigung der Gemeindeverwaltung notwendig. Diese wurde im Jahre 1947 erteilt, gleichzeitig wurde die dazu erforderliche Fällung der um den Sportplatz stehenden Obstbäume gestattet. Die Vorsprache von Vorstand Gerblinger und Josef Kuchenbaur bei den damaligen Besatzern, der US-Armee in Augsburg, hatte Erfolg. Kostenlos wurde ein Bagger zur Verfügung gestellt, nur der Fahrer mußte versorgt werden. So war es schon nach kurzer Zeit möglich mit der Feinplanierung zu beginnen. Durch viele freiwillige Arbeitsstunden in der Freizeit wurden auch diese Arbeiten rasch abgewickelt und der Platz konnte mit Heublumen eingesät werden. Der Rasen entwickelte sich gut und schon Pfingsten 1949 war die Sportplatzeinweihung. Das ganze Gelände wurde mit Birken eingegrenzt, die bald eine stattliche Höhe erreichten. Bewundernd sprach man in der ganzen Umgebung vom Birkenstadion.


Das erste Sportheim wird gebaut

Der Wunsch nach einem Sportheim wurde immer nachhaltiger. Nach langen Verhandlungen begann man 1966 unter Vorstand Hermann Schwientek mit dem Bau des Sportheimes. Die Bauzeit erstreckte sich über 6 Jahre. Unter Vorstand Josef Lauter konnte 1972 die Einweihung gefeiert werden. Die Sportler hatten ihr Heim. Stolz, aber auch mit Wehmut, zogen sie ein. Wehmut deshalb, weil vor allem die Älteren manches Fußballerlebnis im vertrauten Vereinslokal Kuchenbaur gefeiert hatten und dort unvergeßliche Stunden erlebt hatten. Die Sportanlage war jetzt komplett und genügte bis 1984 den Ansprüchen.


Sportplatzumbau und Tennisplatzbau

Im Jahre 1984 war es an der Zeit, den Sportplatz umzubauen. Es wurden insgesamt 10000 m³ Erdreich ausgebaggert und 1300 m Kunststoffdrainagen eingebaut. Außerdem wurde aufgrund der Vergrößerung des Spielfelds die Erstellung einer Stützmauer notwendig. In dieser Mauer wurden 60 m³ Beton und einige Tonnen Stahl verbaut.
Im Anschluß an den Sportplatzumbau, wurden zwei neue Tennisplätze errichtet. Diese Plätze wurden im April 1985 zum ersten Mal bespielt.


Die Sportanlagen platzen aus allen Nähten

Erfreulicherweise hat die Anzahl der aktiven Fußballmannschaften bis 1996 stark zugenommen. Dies ergab nicht selten Engpässe bei der Abwicklung des wöchentlichen Spielbetriebs. Doch das weitaus größere Problem waren die Abnutzungserscheinungen des Spielfeldes. Es trainierten und spielten bis zu zehn Mannschaften bei jeder Witterung auf nur einem Sportplatz. Auch die Tennisplätze hatten sich durch den regen Spielbetrieb im Laufe der Zeit so stark verdichtet, daß es notwendig geworden wäre, die Plätze von Grund auf neu aufzubauen. Dieses Problem wurde von der Vereinsführung bald erkannt und der damalige Vorstand Karl Baumann versuchte unermüdlich ein Trainingsspielfeld zu beschaffen. Dabei mußten einige Rückschläge verkraftet werden. Doch Karl Baumann lies keine Ruhe, bis er, mit Unterstützung von Bürgermeister Alois Heim, eine Lösung gefunden hatte. Die Lösung hieß "Stutzenberg" und daß es dazu kommen konnte war auch ein großer Verdienst von Cilli Kuchenbaur. Sie nahm die Grundstücksverhandlungen in die Hand und brachte sie zu einem hervorragenden Ergebnis. Doch aus der einstigen Idee konnte erst eine endgültige Lösung werden, nachdem auch der Schützenverein mit seinem Vorstand Werner Kuchenbaur einer Verlegung ihres Heimes in ein gemeinsames Gebäude am Stutzenberg zugestimmt hatte. Nun konnte man in die Planungsphase gehen. Der hierfür gegründete Bauausschuß, bestehend aus Bürgermeister Alois Heim, Bauleiter Siegfried Karner, Vorstände von Schützen- und Sportverein sowie die jeweiligen Baufachleute, hatte so manch anstregende Sitzung zu überstehen. Auch musste sich Bürgermeister Alois Heim des öfteren als Schlichter für Kompromissvorschläge einsetzen. Als die Grobplanung abgeschlossen war, galt es "nur" noch einige Verhandlungen mit den Verbänden, dem Landratsamt, der Umweltbehörde, den Banken....... zu führen. Als auch dies in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit, unter der Führung von Manfred Gerblinger, erledigt wurde, konnten im Februar 1997 die Schubraupen und Bagger anrollen.
 
 
Aufstieg in die B-Klasse Nordwest
 
Auch sportlich ging es immer weiter bergauf. In der Saison 1996/97 gelang unter Spielertrainer Robert Weidenbacher der Aufstieg aus der damaligen C-Klasse in die B-Klasse Nordwest. Am Ende der Saison genügte der dritte Tabellenplatz, den man am letzten Spieltag durch einen 2:1 Auswärtssieg bei der Reserve des SC Altenmünster noch dem TSV Ellgau wegschnappte, nachdem dieser zur Winterpause bereits 10 Punkte Vorsprung hatte. 
 

    

Das erfolgreiche Aufsteigerteam 1997

 



Die neue Sportanlage am Stutzenberg

Baubeginn für das gemeinsame Sport- und Schützenheim war dann am 19.04.1997 und bereits am 14.02.1998 konnte man Hebauf feiern. Pünktlich zum 75-jährigen Vereinsjubiläum konnte man im Sommer 1999 die neue Sportanlage einweihen. Es enstand ein Prachtstück, das seinesgleichen sucht: Sport- und Schützenheim auf 3 Etagen, Sportgaststätte für 130 Personen, Mehrzweckraum im Dachgeschoß, drei neuer Tennisplätze sowie ein Hauptspielfeld mit 72 x 109 Meter, ein Nebenspielfeld mit 58 x 105 Meter und ein Trainingsfeld mit 35 x 64 Metern. Die Flutlichtanlage hat eine Leistung von 16000 Watt.
Voller Stolz und ohne Übertreibung kann man nun von sich behaupten, eine der schönsten Sportanlagen zu haben, die seines gleichen, auch über die Landkreisgrenzen hinaus, sucht.



Ein Prachtstück: Das neu gebaute Sportheim

 

Am 09. Juni 2002 war es dann wieder soweit. Nach exakt 20 Jahren gelang dem FCE wieder ein Meisterstück. Nachdem man 1998 wieder in die A-Klasse absteigen musste, sicherte man sich in der Saison 2001/02 unter Spielertrainer Ewald Gebauer souverän die Meisterschaft der A-Klasse Nordwest und stieg somit wieder direkt in die Kreisklasse Nordwest auf.